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Vereinsgeschichte

Gründung des Musikvereins im Jahre 1919

Vierzig Jahre sind im Laufe dieses Sommers vergangen, als zum ersten Male der Wunsch unter der Jugend unseres Dorfes laut wurde, auch in unserem kleinen Ort einen Musikverein ins Leben zu rufen.
Anlaß dazu war eine Wallfahrt nach Werl, bei der die Teilnehmer von einer Musikkapelle abgeholt wurden. Schon auf dem Heimweg wurde diskutiert, ob es nicht möglich sei, auch eine solche Blaskapelle zu gründen. Einige Wochen wurden Gespräche geführt und in den Wirtsstuben darüber beraten, wenn man zufällig zu mehreren zusammentraf.

Keiner aber wollte die Initiative ergreifen. Jeder schreckte vor dieser hohen Aufgabe zurück, besonders weil im Anfangsstadium ein hohes Kapital erforderlich war. Damals arbeiteten die beiden unzertrennlichen, 17-jährigen Kollegen Johannes Kaiser und Alois Ermes bei der Firma Grewe und Kaiser in Plettenberg als Schlosserlehrlinge. Trotz der im Winter oft knietiefen Schneelage legten Sie täglich den fast zweistündigen Weg über die platte Bracht nach Plettenberg zurück.
Eines Samstags, als die Sirene zur Mittagszeit das Wochenende verkündete, gingen die beiden in die Stadt und bestellten dort in einer Buchhandlung einen Stempel, den Sie am anderen Wochenende dort abholten und aus Ihrer Tasche bezahlten.

Schon am anderen Tage, am ersten Sonntag im September 1919 (07.09.1919 d. Red.) prangte an der Eiche am unteren Schulhof am Kirchwege folgender Anschlag:

Gründungsversammlung

Statt einer Unterschrift prangte darunter ein Stempel: "Jugendverein Hagen".

In Wirklichkeit existierte ein solcher Verein überhaupt nicht. Trotzdem war eine ganze Anzahl junger Leute erschienen, aber keiner war da um die Versammlung zu eröffnen und zu leiten.
Man tuschelte herum, sah und stieß sich gegenseitig an, bis endlich einer den jungen Schneidermeister Johannes Braukmann aufforderte eine Erklärung abzugeben, warum man hier eigentlich zusammengekommen sei.
Dieser, ein begeisterter Anhänger der Idee einen Musikverein zu gründen, war ein Liebhaber der Musik, der zu Hochzeiten und auf Fastnacht zum Würstesammeln mit seinem Dudelsack aufspielte.
Als er den Versammelten nun den Grund erklärte und dabei auch hinter das Geheimnis des Stempels kam, begann ein eifriges Beraten, eine ganze Anzahl junger Leute traten dem neugegründeten Verein bei, von denen 18 Mann im November als aktive Mitglieder die ersten Statuten unterzeichneten.
Die anderen ließen sich später als passiven Mitglieder eintragen, um den Verein zu unterstützen.

Zum Vorsitzenden wurde Joh. Braukmann und zum Schriftführer Heinrich Vogt gewählt.

Aufnahme von Geldmitteln und Kauf erster Instrumente

Diese, (Joh. Braukmann &. Heinrich Vogt), d. Red.)) setzten sich jetzt mit dem Pfarrer unseres Dorfes, dem hochverehrten Herrn Dechant Verse in Verbindung, der die Gründung des Vereins mit Freuden billigte und mit allen Kräften zu unterstützen versprach und zwar aus dem Grunde, dass der Verein seine Hörner zur Ehre Gottes bei den Prozessionen und anderen kirchlichen Feierlichkeiten erklingen lassen sollte. Bei diesem weilte grade ein Dr. Casorff, ein Verwandter aus Elberfeld zu Besuch. Demselben war das Musikhaus Peters in Elberfeld als ein reelles, solides Unternehmen bekannt, weshalb er dasselbe dem Verein bestens empfahl.

Da der Vorsitzende Braukmann die in seinem elterlichen Hause zu verarbeitenden Kleiderstoffe aus Elberfeld bezog und des öfteren dort selbst abholte, setzte sich dieser mit dem Musikhaus Peters in Verbindung. Die zum spielen der Prozessionen erforderlichen Instrumente wurden ihm dort zusammen gestellt und zum Preise von 2.200 Mark angeboten. Jetzt erhob sich die Frage: Woher nehmen wir das viele Geld?

Zunächst wurde eine Geldsammlung im Dorf und auf Wildewiese veranstaltet. Diese erbrachte den Betrag von 562 Mark, worüber die Urliste noch Auskunft gibt. Dazu erhob man von jedem aktiven Mitglied ein Eintrittsgeld in Höhe von 20 Mark, also 360 Mark. Da somit aber noch über die Hälfte fehlte und noch weitere Instrumente angeschafft werden mussten, beschloß man ein Darlehen bei der Spar-Da-Ka aufzunehmen.

Der damalige Rendant Joh. Ikelmann verlangte jedoch Bürgen für den Betrag. Aber auch diese wurden gefunden. In hochherziger Weise stellten sich der hochv. Herr Dechant Wilh. Verse und der Schneidermeister Joh. Braukmann sen. zur Verfügung, die jeder für einen Betrag von je 1000 Mark hafteten.

Antrag und Ablehnungsbescheid hatten folgenden Wortlaut:

An die verehrliche Gemeinde Hagen! Der Musikverein Hagen bittet die Gemeinde ergebenst um Zuweisung eines Geldbetrages. Der Verein bittet doch zu berücksichtigen, dass viel Geld benötigt wird zur Beschaffung der Instrumente. Die Beschaffungskosten belaufen sich auf 3000 Mark, was dem Verein fast unmöglich ist eine so hohe Ausgabe zu bestreiten. Es wird die Gemeinde nochmals gebeten sobald wie möglich dem Verein einen angemessenen Betrag zuweisen zu wollen.

Ergebenst

Musikverein Hagen i. Auftrag Heinr. Vogt

Antwort:

An den Musikverein Ihr Antrag auf Gewährung einer Beihilfe aus Gemeindemitteln ist abgelehnt , weil der Zweck kein gemeinnütziger ist.

Rhode, Vorsteher

Hagen, den 26.10.`19

Beschaffung der notwendigen Mittel

Jetzt konnten die erforderlichen Instrumente in Elberfeld abgeholt werden.

Es waren dies:

- ein grades Tenorhorn zu 225 Mark,
- ein Althorn mit F. und Es-Bogen zu 165 Mark
- zwei Trompeten zu je 175 Mark
- eine Basstube zu 500 Mark
- eine Trompete und ein Piston (aus dem Posthorn entwickeltes Horn, später mit dem Flügelhorn verschmolzen, d. Red.) zu je 225 Mark

Am 21. November erwarb der Verein dazu eine Trompete von Josef Pingel, die mit Reparatur 145 Mark kostete, eine gebrauchte B-Klarinette von Peters zu 105 Mark und eine Es-Klarinette von Ronnewinkel zu 150 Mark.

Auch Notenschulen und Noten mussten angeschafft werden. Man versuchte deshalb einen Kostenzuschuss von der Gemeinde zu erhalten, der aber bedauerlicherweise abgelehnt wurde.

Es gibt sicherlich noch viele interessante Ereignisse, die in unserer Chronik vermerkt sind. Alle hier aufzuführen würde den Rahmen sprengen. Nachfolgend einige Gruppenfotos des Vereins über die Jahre.

Countdown zum 100 jährigen Vereinsjubiläum:

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